HD, 4K, 6K – Was bedeutet das?

Panasonic hat mit der Lumix GH5 jetzt die erste Consumer Kamera herausgebracht, die 6K-Videos aufnehmen kann.

6K – Was bedeutet das?

Pixelvergleich: HD, 4K und 6K

Pixelvergleich: HD, 4K und 6K

Der Pixel-Hype startete etwa 2003 mit HD und brachte viel Wirbel in die Videoproduktionen. Videos in HD, also 1920 x 1080 Pixel aufzunehmen war ein großes Ding. Noch detailliertere Bilder durch mehr Pixel. Heute ist es Standard – auch Smartphones können schon längst in High Definition aufnehmen.

Doch der Pixelwahn geht weiter. Der nächste logische Schritt: 2K. Dieser wurde mehr oder weniger übersprungen. Es wurde direkt auf 4K (4096 x 2160 Pixel) gesprungen. Inzwischen sind sogar 6K Videos mit Consumer Kameras möglich. Das sind dann schon 6144 x 3160 Pixel.

Jedes Einzelbild (Standard: 25 Bilder pro Sekunde, 24 oder 30 sind auch möglich) hat also 6144 x 3160 Pixel. Mehr als manche Digicams überhaupt aufnehmen. Das bringt enorme Datenraten mit sich und bedarf einem guten Endgerät und/oder Videocodec zum Abspielen der Videos.

Muss ich jetzt 4K oder gar 6K Videos produzieren, um auf dem Stand der Technik zu sein?

HD ist Standard – beispielsweise auf YouTube – und sinnvoll. Die meisten Laptops und Handys haben HD- Displays und können das auch ruckelfrei abspielen – mit dem richtigen Videocodec versteht sich. 4K Monitore sind noch sehr selten. Derzeit eher etwas für Technikfreaks. Für die normale Anzeige auf Laptops oder Handys reicht HD vollkommen aus. Wichtiger ist die gute Beleuchtung des Videos, die für das „Mittendrin“-Gefühl und knackige Bilder sorgt. 4K oder höher ist erst für die Wiedergabe im Kino oder mit entsprechend großem Beamerbild sinnvoll.

Warum trotzdem in 4K aufzeichnen?

Unsere Videoproduktionen nehmen wir fast ausschließlich in 4K auf, auch wenn sie „nur“ für’s Internet produziert werden.

Der Grund: 4K-Videos auf HD herunter zurechnen bringt uns eine extra Nuance Bildschärfe. Und noch ein wichtiger Vorteil, gerade bei Interviews: In das 4K Material kann man nachträglich um das Doppelte „hereinspringen“. Somit kann man den Schnitt im Video verdecken. Ein Beispiel ist das Video zum Social Media Talk Chemnitz. Das Interview haben wir in 4K aufgenommen, um es später in eine HD-Sequenz zu importieren. Danach wurde das Interview zusammengekürzt, so wie wir den Inhalt brauchten. Die Schnitte haben wir größtenteils durch „hereinspringen“ oder wieder „herausspringen“ verdeckt. Wenn sich die Personen im Bild nicht allzu sehr bewegen, fällt das nicht auf. Früher brauchten wir dafür noch zwei Kameras. Heute reicht die eine 4K-Kamera.

Fazit:

In 4K oder 6K aufzuzeichnen ist sinnvoll, um das Bild später anders zu platzieren, den Schnitt zu verdecken und etwas mehr Schärfe zu bekommen. Allerdings bringt 4K hohe Datenraten mit sich, was auch dem Endgerät beim Abspielen und Bearbeiten viel Leistung abfordert. Die Videos in 4K ins Web hochzuladen ist unserer Meinung nach (noch) nicht nötig. Die Zukunft wird zeigen, ob der Pixelwahn weitergeht und Displays in Zukunft standardmäßig in 4K produziert werden.

Daher konzentrieren wir uns lieber auf ein gut aufgebautes und ausgeleuchtetes Bild, als uns an den hohen Pixelzahlen festzuhalten. Allen voran geht – wie immer – der Inhalt.